Ransomware zählt zu den schädlichsten Formen der digitalen Erpressung und Schadsoftware. Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten an einem wichtigen Projekt, als plötzlich eine bedrohliche Nachricht auf Ihrem Bildschirm erscheint. Sie fordert eine Zahlung, damit Sie wieder Zugriff auf Ihre Dateien erhalten.
Lesen Sie weiter, um zu erfahren, was Ransomware ist, wie Sie sich davor schützen können und welche Möglichkeiten es gibt, sie zu entfernen, um online sicher zu bleiben.
Was ist Ransomware? Bedeutung und Definition
Ransomware ist eine Art Malware, die Daten oder Geräte sperrt und erst nach Zahlung eines Lösegelds wieder freigibt. Ein Ransomware-Angriff kann jedoch noch mehr: Er kann nicht nur Dateien und Geräte sperren, sondern auch Datenlecks verursachen und so sensible Informationen unbefugten Dritten zugänglich machen. Diese Form der digitalen Erpressung verbreitet sich häufig über Phishing-E‑Mails, infizierte Software-Downloads oder ausgenutzte Sicherheitslücken im Betriebssystem.
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Wie funktioniert ein Ransomware-Angriff?
Ransomware verschlüsselt die Dateien oder das gesamte Gerät des Opfers und macht sie ohne den passenden Entschlüsselungsschlüssel unzugänglich. Ein typischer Ransomware-Angriff verläuft wie folgt:
Infektion: Die Angreifer nutzen Phishing-E‑Mails, schädliche Anhänge, Drive-by-Downloads oder Sicherheitslücken in Software, um ein Gerät zu infizieren. Dabei wird das Opfer dazu verleitet, die Ransomware unbemerkt selbst herunterzuladen.
Dateiinfektion: Sobald ein Gerät infiziert ist, durchsucht die Ransomware das System gezielt nach sensiblen Daten, um diese zu verschlüsseln. Im Fokus stehen dabei Dateien, auf die das Opfer nicht verzichten kann.
Verschlüsselung: Die Ransomware verschlüsselt die Dateien oder das gesamte Gerät des Opfers und macht sie unzugänglich. Dieser Vorgang erfolgt in der Regel sehr schnell und kann zahlreiche Dateitypen betreffen, darunter Dokumente, Fotos, Netzlaufwerke und Datenbanken.
Lösegeldforderung: Die Angreifer hinterlassen eine Lösegeldnachricht, häufig direkt auf dem Bildschirm des Opfers, um anonym zu bleiben. Darin wird erklärt, wie das Lösegeld zu zahlen ist, um den Entschlüsselungsschlüssel zu erhalten.
Erpressung: In manchen Fällen stehlen die Angreifer zusätzlich sensible Daten und nutzen diese als weiteres Druckmittel. Bei der sogenannten doppelten Erpressung drohen sie damit, die entwendeten Informationen öffentlich zu machen, falls das Lösegeld nicht bezahlt wird.
Auswirkungen von Ransomware-Angriffen
Ransomware-Angriffe können für Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen gravierende Folgen haben. Zu den häufigsten Auswirkungen zählen:
Finanzielle Verluste. Neben dem geforderten Lösegeld entstehen oft erhebliche Zusatzkosten durch Arbeitsausfälle, Wiederherstellungsmaßnahmen und IT-Notfallmaßnahmen. Diese können Betroffene finanziell stark belasten.
Verlust des Zugriffs. Betroffene werden von ihren Geräten und wichtigen Daten ausgesperrt. Um wieder Zugriff zu erhalten, sehen sich viele gezwungen, das Lösegeld zu zahlen.
Datenverlust. Wichtige Daten — darunter sensible Informationen und geistiges Eigentum — können dauerhaft verloren gehen, wenn kein Lösegeld gezahlt wird oder der Entschlüsselungsschlüssel nicht funktioniert.
Betriebsunterbrechungen. Unternehmen können im schlimmsten Fall vollständig lahmgelegt werden. Die Folge sind Verzögerungen, Produktionsausfälle und erhebliche Produktivitätsverluste.
Imageschäden. Ein Ransomware-Angriff kann dem Ruf eines Unternehmens nachhaltig schaden — insbesondere dann, wenn sensible Daten öffentlich gemacht werden.
Vier Arten von Ransomware
Grundsätzlich lässt sich Ransomware in zwei Hauptkategorien einteilen: Krypto-Ransomware und Locker-Ransomware. Daneben gibt es weitere Varianten wie Scareware und mobile Ransomware, die jeweils auf unterschiedliche Weise Schaden anrichten:
Krypto-Ransomware
Krypto-Ransomware verschlüsselt die Dateien des Opfers und wird daher auch als Verschlüsselungs-Ransomware bezeichnet. Sie ist die am häufigsten verbreitete Form von Ransomware. Der Zugriff auf die verschlüsselten Dateien ist nur nach Zahlung des Lösegelds möglich, das meist in Bitcoin verlangt wird. Selbst die Zahlung des Lösegelds bietet allerdings keine Garantie, dass die Dateien tatsächlich wiederhergestellt werden.
Locker-Ransomware
Bei Locker-Ransomware wird das gesamte Gerät oder der Bildschirm des Opfers gesperrt, sodass kein Zugriff auf die Daten möglich ist, bis ein Lösegeld gezahlt wird. Anstelle des gewohnten Betriebssystems erscheint meist direkt eine Lösegeldforderung auf dem Bildschirm des Computers oder Mobilgeräts.
Scareware
Scareware ist eine Form von Social Engineering, die gezielt Panik erzeugt. Den Nutzern wird suggeriert, ihr Gerät sei bereits mit Ransomware infiziert. Aus Angst klicken sie auf eine Pop-up-Warnmeldung, wodurch die Schadsoftware aktiviert wird. Diese kann anschließend Daten verschlüsseln oder Dateien beschädigen.
Mobile Ransomware
Diese Variante richtet sich gezielt gegen mobile Geräte. Mobile Ransomware verbreitet sich häufig über schädliche Apps, die legitimen Anwendungen täuschend ähnlich sehen. Die meisten Angriffe mit mobiler Ransomware zählen zur Kategorie der Locker-Ransomware, da Cloud-Backups Nutzer oft vor den Auswirkungen von Krypto-Ransomware bewahren können.
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Wie gelangt Ransomware auf Ihren Computer?
Ransomware kann auf verschiedene Weise verbreitet werden, oft ohne dass Sie es bemerken. In vielen Fällen wird sie versehentlich manuell heruntergeladen oder zusammen mit anderer Schadsoftware automatisch auf dem Gerät installiert.
Im Folgenden finden Sie die häufigsten Wege, über die Ransomware auf Ihren Computer gelangen kann:
Phishing-Links: Das Opfer klickt auf einen Link in einer E‑Mail, der zu einer kompromittierten Website führt. Phishing-Nachrichten geben sich häufig als vertrauenswürdige Absender aus und verleiten die Empfänger dazu, auf den Betrug hereinzufallen.
Schädliche Anhänge: Das Opfer öffnet einen E‑Mail-Anhang, der harmlos und legitim wirkt, in Wirklichkeit jedoch Ransomware auf dem Gerät aktiviert.
Drive-by-Downloads: Bereits der Besuch einer manipulierten Website oder ein Klick auf eine schädliche Werbeanzeige kann ausreichen, um unbemerkt Ransomware auf dem Gerät zu installieren.
Software-Sicherheitslücken: Cyberkriminelle nutzen Schwachstellen in Programmen oder im Betriebssystem aus, um sich unbefugten und oft auch Remote-Zugriff auf das Gerät zu verschaffen.
Remote Desktop Protocol (RDP): Cyberkriminelle stehlen Zugangsdaten und erhalten über Remote-Desktop-Anwendungen Zugriff auf Unternehmenssysteme.
Schädliche Werbeanzeigen: Das Opfer klickt auf eine infizierte Anzeige, die echt aussieht, tatsächlich aber mit Malware versehen ist.
Wie können Sie Ransomware verhindern?
Mit den richtigen Vorsorgemaßnahmen lassen sich viele Angriffe mit Ransomware verhindern oder frühzeitig erkennen. Befolgen Sie diese Schritte, um sich zu schützen:
Installieren Sie eine zuverlässige Online-Sicherheitslösung wie F‑Secure Total auf all Ihren Geräten.
Erstellen Sie regelmäßig Offline-Backups Ihrer Daten, damit Sie im Ernstfall darauf zurückgreifen können.
Halten Sie Ihre Software und Betriebssysteme stets aktuell und aktivieren Sie automatische Updates.
Klicken Sie nicht direkt auf Links in E‑Mails, sondern geben Sie die Webadresse bei Bedarf manuell in Ihren Browser ein.
Seien Sie vorsichtig bei E‑Mail-Anhängen, die Sie dazu auffordern, Makros oder Bearbeitungsfunktionen zu aktivieren.
Deaktivieren Sie häufig ausgenutzte Browser-Plug-ins wie Flash Player oder Silverlight.
Wenn Sie diese Maßnahmen befolgen, reduzieren Sie Sicherheitslücken erheblich und stärken Ihre allgemeine Schutzlage gegenüber Ransomware-Angriffen.

Wie lässt sich Ransomware entfernen?
Die Entfernung von Ransomware ist oft schwierig und in manchen Fällen sogar unmöglich, sobald ein Gerät infiziert ist. Die folgenden zwei Maßnahmen können helfen, Ransomware von Ihrem Gerät zu entfernen:
Trennen Sie die Internetverbindung. So verhindern Sie, dass sich die schädlichen Aktivitäten weiter über Ihr Netzwerk ausbreiten, und unterbrechen die Kommunikation mit den Servern der Angreifer.
Verwenden Sie eine leistungsstarke Sicherheitssoftware. Führen Sie — sofern möglich — einen Virenscan durch, um die Schadsoftware zu erkennen. Schalten Sie das Gerät anschließend aus, um weitere Schäden zu minimieren.
Beispiele für Ransomware-Angriffe
Die Anzahl und Vielfalt von Ransomware-Angriffen ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Viele dieser Angriffe sorgen aufgrund ihrer weitreichenden Auswirkungen für nationale und internationale Schlagzeilen. Drei bekannte Beispiele verdeutlichen das Ausmaß der Bedrohung:
Ransomware-Angriff auf die Johannesstift Diakonie
Im Oktober 2024 wurde die Johannesstift Diakonie, ein großer evangelischer Träger von Krankenhäusern, Pflege- und Sozialeinrichtungen, Ziel eines schwerwiegenden Ransomware-Angriffs, bei dem zentrale Server und IT-Systeme verschlüsselt wurden. Die Angreifer forderten ein Lösegeld von rund vier Millionen Euro in Bitcoin, um die Daten wieder freizugeben. Infolge der Attacke kam es zu weitreichenden IT‑Ausfällen; Notfall- und medizinische Abläufe mussten teilweise auf manuelle Prozesse umgestellt werden, zudem wurden Operationen verschoben.
WannaCry-Ransomware-Angriff
Im Jahr 2017 traf einer der bekanntesten Ransomware-Angriffe den britischen National Health Service (NHS). Der WannaCry-Angriff verursachte geschätzte Schäden in Höhe von 92 Millionen Pfund und führte zur Absage von rund 19.000 Terminen. Der NHS war jedoch nicht das einzige Opfer: Weltweit verursachte WannaCry finanzielle Verluste von schätzungsweise 4 Milliarden US‑Dollar.
Synnovis-Ransomware-Angriff
Im Jahr 2024 wurden bei Synnovis — einem Pathologielabor, das Blutuntersuchungen für den britischen National Health Service (NHS) durchführt — Patientendaten von der russischen Cybercrime-Gruppe Qilin gestohlen. Wie hoch die Lösegeldforderung war, ist unklar. Nachdem das Lösegeld jedoch nicht gezahlt wurde, veröffentlichte die Gruppe fast 400 GB sensibler Patientendaten im Darknet, darunter Namen, Geburtsdaten, NHS-Nummern und Details zu Bluttests.
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