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Anleitungen

Was ist ein Cyberangriff?

F-Secure

6 min Lesezeit

Cyberangriffe sind eine weit­verbreitete Bedrohung in der heutigen digitalen Welt. Egal, ob man von Cyber­kriminellen, Hackern oder bös­willigen Akteuren spricht — die Personen und Gruppen, die solche Angriffe durch­führen, können bei Erfolg erheblichen Schaden anrichten. Erfahren Sie, was Cyber­angriffe sind, welche Folgen sie haben und wie Sie sich online schützen können.

Welc­he Ziele verfolgen Cyber­angriffe?

Ziel eines Cyberangriffs kann es sein, Daten zu stehlen oder zu zerstören, wichtige digitale Systeme oder kritische Infra­strukturen zu beeinträchtigen, unbefugten Zugriff auf Computer­systeme zu erlangen oder finanzielle Schäden zu verursachen. Die Vorgehens­weisen reichen vom Einschleusen von Schad­software in Anwendungen oder Web­sites bis hin zur Einbindung eines Geräts in ein größeres Netzwerk kompromittierter Geräte, das für weitere Cyber­angriffe genutzt wird.

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Typische Merkmale eines Cyber­angriffs sind:

  • Böswillige Absicht: Ein Cyber­angriff zielt darauf ab, Schaden anzurichten, sich einen illegalen Vorteil zu verschaffen oder Daten zu stehlen und zu manipulieren.

  • Angreifbare Ziele: Cyber­angriffe richten sich gegen anfällige Einzel­personen und Organisationen, indem gezielt Schwach­stellen in digitalen Systemen ausgenutzt werden, um unbefugten Zugriff zu erlangen.

  • Ausgefeilte Methoden: Cyber­kriminelle setzen komplexe Angriffs­techniken wie Phishing, Ransom­ware, Trojaner, Social Engineering und DDoS-Angriffe ein.

  • Schädliche Motive: Die Beweg­gründe hinter einem Cyber­angriff können vielfältig sein. Sie reichen von finanziellem Gewinn und der Ausspähung von Einzel­personen oder Organisationen bis hin zur gezielten politischen Einfluss­nahme oder Destabilisierung.

7 häufige Arten von Cyber­angriffen

Cyberkriminelle nutzen unter­schiedliche Taktiken, um Cyber­angriffe durch­zuführen. Im Folgenden werden sieben häufige Arten von Cyber­angriffen erläutert, auf die Sie achten sollten:

DoS- und DDoS-Angriffe

DoS steht für „Denial of Service”, DDoS für „Distributed Denial of Service”. Bei einem DDoS-Angriff wird das Ziel — etwa ein Server — mit einer großen Anzahl von Anfragen über­flutet. In der Folge ist der betroffene Dienst dann entweder gar nicht mehr oder nur noch eingeschränkt nutzbar.

XSS-Angriffe

Cross-Site-Scripting, kurz XSS, bezeichnet Angriffe, bei denen Hacker schädlichen Code in eine Web­anwendung einschleusen, indem sie eine entdeckte Sicherheits­lücke ausnutzen. Mithilfe von XSS-Angriffen können Cyber­­kriminelle sensible Daten stehlen und Schadsoftware verbreiten.

Trojanische Pferde

Trojaner sind eine Methode, mit der Cyber­kriminelle Schad­software unbemerkt in Dateien, beispiels­weise in E‑Mail-Anhängen, einschleusen. Befindet sich ein Trojaner auf dem Gerät eines Opfers, kann er Daten stehlen und weitere Schad­programme verbreiten.

Zero-Day-Angriffe

Bei einem Zero-Day-Angriff wird eine bislang unbekannte Sicherheits­lücke in der Schutz­mechanik einer Software ausgenutzt. Solange diese Schwach­stellen ungepatcht bleiben, können Cyber­kriminelle sie gezielt ausnutzen. In diesem Fall spricht man von einem Zero-Day-Angriff oder Zero-Day-Exploit.

Phishing

Das Ziel von Phishing ist es, Opfer dazu zu bringen, vertrauliche Informationen wie Pass­wörter oder Online-Banking-Zugangs­daten preis­zugeben. Phishing-Angriffe nutzen schädliche Links oder Malware, die als E‑Mail-Anhänge getarnt ist.

Ransomware-Angriffe

Bei Ransomware-Angriffen werden infizierte Geräte gesperrt und Dateien verschlüsselt. Um wieder Zugriff zu erhalten, müssen die Betroffenen ein Löse­geld zahlen — meist in Krypto­währungen wie Bitcoin.

Man-in-the-Middle-(MITM)-Angriffe

Bei einem Man-in-the-Middle-Angriff schaltet sich ein Angreifer in die Verbindung zwischen zwei Parteien ein und gibt sich als eine der beteiligten Parteien oder Anwendungen aus. Durch das Abfangen der Verbindung kann der Angreifer sensible Informationen stehlen oder Betroffene auf schädliche Web­sites umleiten.

Ziele von Cyber­angriffen

Die Motive hinter Cyber­angriffen sind viel­fältig und hängen stark davon ab, wer sie durchführt. Im Folgenden sind einige der häufigsten Gründe aufgeführt, weswegen Staaten oder Kriminelle Cyber­angriffe verüben:

Finanzieller Gewinn

Viele Cyberkriminelle handeln aus finanziellen Motiven. Eine gängige Methode, um nach einem Cyber­angriff Geld zu erpressen, ist Ransom­ware. Dabei handelt es sich um eine Art Schad­software, die Geräte oder Dateien verschlüsselt und sperrt. Erst nach der Zahlung eines Löse­gelds — so lautet zumindest das Versprechen der Täter — erhalten die Betroffenen wieder Zugriff auf ihr Gerät oder ihre Daten. Das Löse­geld wird häufig in Krypto­währungen wie Bitcoin gezahlt.

Politische Ziele

Hacker mit einer politischen Agenda, sogenannte Hacktivisten, nutzen Cyber­angriffe, um politische Botschaften zu platzieren oder Einfluss zu nehmen. Wie die US‑Präsidentschafts­wahlen 2016 gezeigt haben, können Cyber­angriffe und gezielte Desinformationen Wahlen beeinflussen und die politische Meinung lenken.

Spionage und Diebstahl sensibler Daten

Cyberangriffe werden auch dazu genutzt, um an personen­bezogene Daten oder andere vertrauliche Informationen zu gelangen. So kann etwa ein Unter­nehmen versuchen, die Geschäfts­geheimnisse von Wett­bewerbern zu stehlen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Mithilfe von Spyware, einer Form von Schad­software, die infizierte Geräte ausspäht, können Angreifer Informationen wie Finanz­daten und Pass­wörter stehlen oder gezielt Spionage betreiben.

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Folgen von Cyber­angriffen

Auch Privatpersonen sind vor Cyber­angriffen nicht sicher. Neben zahl­reichen Angriffen auf Einzel­personen können Cyber­angriffe auch für Organisationen erhebliche Schäden verursachen. Zu den möglichen Folgen von Cyber­angriffen zählen:

  • Datendiebstahl: Sowohl persönliche als auch unter­nehmens­bezogene Daten wie Pass­wörter, Fotos und andere Dokumente können gestohlen und im Rahmen von Daten­lecks öffentlich gemacht werden. Einige dieser Informationen können sogar im Darknet verkauft werden.

  • Identitätsdiebstahl: Gestohlene Pass­wörter, Kredit­karten­nummern und persönliche Daten können für Identitäts­diebstahl miss­braucht werden. Kriminelle können Ihre gestohlene Identität nutzen, um weitere schädliche Aktivitäten durch­zuführen.

  • Finanzielle Schäden: Privat­personen können durch gestohlene Bank­daten oder einen unbefugten Konto­zugriff finanziell geschädigt werden, während Unter­nehmen unter Umständen Millionen durch Löse­geld­zahlungen, rechtliche Kosten und Umsatz­einbußen verlieren.

  • Verlust des Zugriffs: Sowohl Einzel­personen als auch Unter­nehmen können den Zugriff auf wichtige Ressourcen verlieren, beispiels­weise auf persönliche Konten, Dateien, Software oder ganze Netzwerke.

  • Stress und Angst: Betroffene erleben häufig psychische Belastungen wie Stress, Angst und Unsicherheit — sowohl während als auch nach einem Cyber­angriff.

  • Betriebs­unter­brechungen: Angriffe auf Unter­nehmen können ganze IT‑Netzwerke und Geschäfts­abläufe beeinträchtigen. Um sie zu stoppen, sind wirksame Sicherheits­maßnahmen sowie eine zuverlässige Bedrohungs­erkennung erforderlich.

  • Rufschädigung: Datenlecks oder anhaltende Betriebs­störungen können zu erheblichem Vertrauens­verlust und nach­haltiger Ruf­schädigung führen.

Wie lassen sich Cyber­angriffe verhindern?

Da der erste Kontakt mit Schad­software häufig unbemerkt im Hinter­grund eines Geräts erfolgt, ist es oft schwierig, Cyber­angriffe zu erkennen. Mit diesen fünf Maß­nahmen können Sie Cyber­angriffen jedoch wirksam vorbeugen:

  1. Installieren Sie eine vertrauens­würdige Cyber­sicherheits­lösung wie F‑Secure Total.

  2. Sichern Sie Ihre Daten regel­mäßig — sowohl privat als auch auf Unter­nehmens­ebene.

  3. Verschlüsseln Sie Unter­nehmens­daten, sodass nur ausgewählte Personen Zugriff erhalten.

  4. Verwenden Sie starke, einzig­artige Pass­wörter und speichern Sie diese in einem Pass­wort­manager.

  5. Halten Sie Ihre Software stets aktuell und klicken Sie nicht auf verdächtige Links in E‑Mails.

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Häufig gestellte Fragen zu Cyber­angriffen

Ein bekanntes Beispiel aus Deutsch­land ereignete sich im Juli 2021, als ein Ransom­ware-Angriff die IT‑Systeme der Kreis­verwaltung Anhalt-Bitterfeld weit­gehend lahm­legte. Der Landkreis lehnte die Zahlung des geforderten Löse­gelds ab und rief den Katastrophen­fall aus. Zentrale Verwaltungs­dienste waren über Monate hinweg nicht verfügbar, der entstandene Schaden belief sich auf rund 2,5 Millionen Euro.

Ein weiteres Beispiel ist der Cyber­angriff auf die Universitäts­klinik Düssel­dorf im September 2020. Der Ransom­ware-Angriff beeinträchtigte den Klinik­betrieb erheblich, sodass Not­fall­patienten in andere Kranken­häuser verlegt werden mussten. In diesem Zusammen­hang kam es zu einem Todesfall, der eine bundes­weite Debatte über die Auswirkungen von Cyber­angriffen auf kritische Infra­strukturen auslöste.

Cyberkrieg bezeichnet staatlich unterstützte Cyber­angriffe, die sich gegen andere Staaten und deren kritische Infra­strukturen richten. Das Ziel besteht darin, Kommunikations­systeme zu stören, durch Spionage Informationen zu gewinnen und gezielt Desinformationen zu verbreiten.

Beispiele für Cyberkrieg sind unter anderem der Verdacht auf eine Beteiligung der russischen Regierung an der NotPetya-Schad­software im Jahr 2017 sowie der von den USA aufgedeckte Computer­wurm Stuxnet, der 2010 gegen iranische Nuklear­anlagen eingesetzt wurde.

Cyberangriffe entstehen häufig dadurch, dass Schwach­stellen in Software und Systemen ausgenutzt werden, gestohlene Zugangs­daten für unbefugten Zugriff verwendet werden oder menschliche Fehler ausgenutzt werden, etwa schwache Pass­wörter oder das Hereinfallen auf Phishing-Versuche.

Eine der häufigsten Methoden, um einen Cyber­angriff zu starten, ist Phishing. Dabei werden Social-Engineering-Techniken eingesetzt, um Menschen dazu zu bringen, auf schädliche Links zu klicken, vertrauliche Informationen preis­zugeben oder infizierte Anhänge herunter­zuladen.

Die Dauer eines Cyberangriffs hängt vom Ziel, von der Größe der betroffenen Organisation, von der Wirksamkeit der eingesetzten Sicherheits­maß­nahmen sowie von den verwendeten Angriffs­techniken ab. Während automatisierte Angriffe innerhalb weniger Minuten erfolgen können, erstrecken sich sogenannte Advanced Persistent Threats (APTs) — fort­geschrittene, andauernde Bedrohungen — über Monate oder sogar Jahre.

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