8 Mythen über Onlinesicherheit

Es gibt zahlreiche ernsthafte IT-Gefahren, aber genauso gibt es eine Reihe von Mythen bezüglich der Datensicherheit, die es auszuräumen gilt. Hier stellen wir Ihnen acht Klassiker vor.

Mythos Nr. 1: Das Risiko eines Angriffs ist gering

Das Internet ist riesengroß. Warum sollte es jemand ausgerechnet auf meinen Computer oder mein Smartphone abgesehen haben? In der Realität sieht die Situation etwas anders aus. Hacker wählen ihre Opfer nämlich nur selten individuell und genau gezielt aus. Angriffe werden im großen Maßstab durchgeführt mittels automatisierter Tools. Wenn heute Computer angegriffen werden, geschieht das systematisch. Dahinter stehen durchorganisierte Gruppen mit umfassender Unterstützung durch kompetente Ressourcen.

Mythos Nr. 2: Apps sind sicherer als ein Browser

Apps fördern ein falsches Sicherheitsgefühl. Warum dies so ist, können wahr­scheinlich nur Psychologen erklären, aber es liegt wohl daran, dass bei Apps kein traditioneller, angreifbarer Browser zu sehen ist. Das Sicherheitsgefühl, das man in einer App hat, ist irreführend. Apps sind mit demselben alten Internet verbunden, nur eben in einer neuen Verpackung.

Und wenn Sie denken, Ihr Telefon sei sicher vor neugierigen Blicken, dann irren Sie sich. Es gibt zahlreiche Momente, in denen wir eine App-Berechtigung akzeptieren und damit Zugriff auf alles freigeben, von unseren Bildergalerien bis hin zu unserem Facebook-Konto. Indem wir Apps auf die Standortdaten auf unserem Telefon zu­greifen lassen, wissen diese genau, wo wir uns gerade befinden. Letztendlich gibt es deutlich mehr Möglichkeiten, Ihre Position mithilfe Ihres Mobilgeräts zu bestimmen als dies bei Ihrem Desktop-Computer der Fall ist.

Mythos Nr. 3: Firewall + Antiviren-Software = Ultimativer Schutz

Gewiss machen es Antiviren-Software und Firewall einem Eindringling schwer, an Ihre Informationen zu gelangen, doch auch Sie als Benutzer selbst müssen schützende Maßnahmen ergreifen. Das Aktualisieren Ihrer Software und das Patchen gegen Schwachstellen sind zwei Maßnahmen, die Sie selbst ergreifen können. Am wichtigsten jedoch sind die Entscheidungen, die Sie als Benutzer treffen.

Mythos Nr. 4: Ich habe doch keine sensiblen Daten

Vielleicht denken Sie das, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass sie solche Daten haben. Passphrasen, Adressen, Telefonnummern, Kreditkartendetails und andere Informationen werden oft im Cache Ihres Computers abgelegt. Zudem ist es sehr leicht, ein Profil über Sie zu erstellen, indem man Ihre E-Mails liest und Ihren Browserverlauf auswertet. Diese Methode wird häufig von Cyberkriminellen eingesetzt, um Ihre Identität zu stehlen.

The secure Mac

Mythos Nr. 5: Der sichere Mac

Ob Sie es glauben oder nicht, der erste Computervirus wurde auf einem Mac entdeckt. Das war im Jahr 1982 und das Programm damals hieß Elk Cloner. Doch seitdem gelten Apple-Computer als vollkommen sicher vor Eindringversuchen und Malware. Dieser Mythos basiert auf dem größten Rivalen von Apple im Bereich der Betriebssysteme, Microsoft Windows, bei dem regelmäßig große Schwachstellen entdeckt wurden. Obwohl es richtig ist, dass Macs im Vergleich dazu sicher waren, sind sie keineswegs unangreifbar. Jetzt, da sich die macOS-Plattform wachsender Beliebtheit erfreut, treten auch Probleme zutage. 2004 gab es die ersten Warnsignale, als damals rund dreißig Schwachstellen entdeckt wurden. Heute ist macOS ein beliebtes Angriffsziel für Eindringlinge, da viele Benutzer immer noch in dem Glauben leben, ihre Macs seien sicher, und sich deshalb um Sicherheitssoftware keine Gedanken machen.

Mythos Nr. 6: Mein WLAN kann nicht gehackt werden, wenn ich es verberge

Es stimmt, dass die meisten Router die Möglichkeit bieten, Ihr Netzwerk „unsichtbar" zu machen. Manche folgern daraus, dass wenn niemand ihr Netzwerk sehen kann, auch niemand ihre Verbindung hacken kann. Doch wenn jemand beabsichtigt, Ihr WLAN zu hacken, wird er höchstwahrscheinlich über entsprechendes technisches Know-how verfügen und nicht nur wissen, dass die meisten Netzwerke verborgen sind, sondern auch, wie man sie wieder sichtbar machen kann, selbst wenn Sie den Netzwerknamen verborgen haben.

Mythos Nr. 7: Cloud-Dienste sind nicht sicher

Wir hören ständig von Angriffen auf Cloud-Dienste und davon, wie unsicher diese sind. Interessanterweise geschehen die wenigsten Angriffe aus dem Grund, dass die Dienste unzureichend geschützt sind. Die meisten Datenschutzverstöße passieren, weil die Benutzer Opfer von Phishing-Angriffen werden. Somit erweist sich einmal mehr das Verhalten des Benutzers als Ursache des Problems. Es ist dennoch wichtig, zu überprüfen, ob die von Ihnen verwendeten Cloud-Dienste ihren Datenverkehr verschlüsseln und über angemessene End­benutzervereinbarungen verfügen. Kostenlose Dienste gibt es nicht. Bei Cloud-Diensten zahlen Sie damit, dass Ihre persönlichen Informationen zu gezielten Werbeaktionen verwendet oder gar an Dritte verkauft werden.

Mythos Nr. 8: Schutzsoftware macht meinen Computer langsamer

Das war einmal richtig. Antiviren-Software konnte einen Computer um bis zu 50 % verlangsamen, wodurch deren Alltagseinsatz zur Last wurde. Moderne Software ist jedoch deutlich ressourcensparender. Gleichzeitig sind Computer und Telefone in jüngster Zeit deutlich leistungsstärker geworden, als man dies vor fünfzehn Jahren hätte ahnen können. Heutzutage werden Sie es höchstwahrscheinlich gar nicht merken, dass Sie eine Sicherheitssoftware installiert haben.

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